5 Digitalisierungs-Tipps aus China

Bei KI und in der Digitalisierung wird China aller Voraussicht nach weltführend werden. Dafür gibt es drei Gründe:

Erstens: Viele Einwohner, viele Daten.

Zweitens: Ein Datenschutz, der das verknüpfte Analysieren von Daten erlaubt.

Drittens: Ein klarer Fokus auf die Entwicklung von KI.

Daraus entwickelt sich eine Dynamik, die bereits deutlich sichtbar und in einigen Bereichen weiter ist als im Westen. Aus diesem Grund haben wir für das Buch „Digitalisierung Made in China – Wie China mit KI und Co. Wirtschaft, Handel und Marketing transformiert.“ ExpertInnen befragt und sie darum gebeten, Tipps für europäische ManagerInnen zusammenzustellen, um von den digitalen Entwicklungen in China lernen zu können.

Tipp 1

„Der größte Unterschied zu Deutschland im B2B-Marketing ist der nahtlose Übergang von Online- zu Offline-Marketing. Die Nutzung von QR Codes ist in China nicht nur Gewohnheit, sondern im Marketing ein absolutes Muss. Durch die Platzierung der QR-Codes auf Marketingmaterialien, Produktverpackungen und bei Events, können schnell und bequem Leads zum WeChat Official Account gewonnen werden. Davon könnten wir einiges lernen.“

Theresa Stewart

Tipp 2

„Europäische ManagerInnen müssen sich mit digitalen Servicedienstleistungen aus China, die sich im chinesischen Alltag durchgesetzt haben, fortlaufend beschäftigen. Denn die meisten innovativen Applikationen wurden bereits von mehreren Millionen Internet-Usern angewendet und haben sich gegen viele Konkurrenten am Markt bewährt. Man beobachte z.B. nur die Entwicklungen von Douyin, wo viele angebotene Features aus China in westlichen Apps (Instagram, Facebook, etc.) in ähnlicher Form adaptiert wurden. Die Tendenz zeigt: Was in China zuerst gelebt wird, kommt auch in den Westen.“

Chien-Hao Hsu

Tipp 3

„Wir brauchen einen Mindsetshift, damit wir digital voranschreiten können. Solange wir in Deutschland alles weitermachen, wie bisher, weil wir es immer so gemacht haben, werden wir digital komplett den Anschluss verlieren. Allein die Tatsache, dass so ein kleines Tool wie der QR-Code ganze Branchen miteinander verknüpft, zeigt eigentlich, dass Digitalisierung nicht immer komplex sein muss.“

Christina Richter

Tipp 4

„Es bedarf einer offenen Fehlerkultur, die es zulässt, schnell zu agieren und aus Fehlern zu lernen. So können schneller Entscheidungen getroffen und technologischer Fortschritt vorangetrieben werden. Außerdem ist es essenziell, einen ‚Convenience‘-Gedanken in der Herangehensweise an Problemstellungen zu etablieren, denn Einfachheit schlägt jede Logik. Dabei müssen alle Lebensbereiche, sei es der ÖPNV, die Bürokratie oder das Kaufen von Kleidung, interaktiv und gemeinschaftlich betrachtet werden.“

Sascha Kurfiss

Tipp 5

„Wir können von China lernen, einen Fokus auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu legen. Und gerade jetzt, durch das sogenannte Tech-Decoupling, also das Trennen der USA von China, haben wir in Europa eine Chance, uns neu zu positionieren. Das müssen wir in diesen Bereichen tun, um zu einem stärkeren Europa in der Weltwirtschaft zu werden. Ich denke, China und Indien, wo 3 Milliarden Menschen aufeinandertreffen, sind die Protagonisten des 21. Jahrhunderts. Wir sollten gerade in Europa und Deutschland unseren Blick nach Asien richten und schauen, wie wir davon profitieren können. Dabei müssen wir nicht unsere Werte, Ethik, Moral und Menschenrechte aufgeben, denn das verlangt China nicht. Wir müssen nur eine stärkere Rolle einnehmen als bisher. Das ist unsere Chance.“

Dr. Manuel Vermeer

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Das gerade erschienene Buch von Alexandra Stefanov, Prof. Dr. Claudia Bünte und Till-Hendrik Schubert widmet sich den wichtigsten Fragen rund um die Digitalisierung. Es beleuchtet die Entwicklung in China für Wirtschaft, Handel und Marketing und lässt über 20 ExpertInnen praxisorientiert von ihren Erfahrungen im Reich der Mitte berichten. Außerdem gibt es Tipps dazu, wie sich europäische ManagerInnen auf die Herausforderungen einstellen können, die sich aus dieser chinesischen digitalen Transformation ergeben. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Buch.

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25.05.2021

Beitragsbild: Christian Lue (Quelle: Unsplash)

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